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Ich liege wach, verfolgt von Gedanken, unfähig zu schlafen. Die Schlaflosigkeit. Wie in den Stunden, in denen ich vor Hunger wach lag, oder vor Reuhe, die Gedanken nur um den einen Gegenstand kreisend. Aber jetzt ist es anders. Einsamkeit hat sich ins große Zimmer geschlichen. Ganz genau errinnere ich mich an das Ende, gleichzeitig den Anfang, die einsamen Nächte mit denen diese Geschichte begann. Damals war ich Zuhause, und doch fühlte ich dieselbe Einsamkeit, weinte, dachte nach. Jetzt bin ich mir sicher: ich habe etwas von mir verloren. Es war meine Naivität, an der ich doch festhalten wollte, deren Verlust ich nicht eingestehen wollte aber doch musste.

Und dann schuf ich eine neue Sehnsucht in meinem Herzen, ein Ziel um das ich begann, mein Leben neu aufzubauen. Ich wollte endlich sein, wie ich mich fühlte. Dünn, zerbrechlich. Ich wollte es den Anderen zeigen, mein inneres nach Außen kehren, Aufmerksamkeit und vor allem wollte ich schockieren. Sollte ich den Anfang datieren, so würde ich sagen, es war in der Zeit um Weihnachten. Auch, wenn mir das im Nachhinein komisch, fast pervers vorkommt. Ich bin wahrscheinlich kein allzu religiöser Mensch, auch wenn mich das Thema schon immer begleitet hat und ein Teil meiner Philosophie war. Trotzdem fühle ich mich manchmal verlogen wenn ich einen Gottesdienst besuche, was sehr selten vorkommt, sagen wir an Ostern und Weihnachten. In solchen Momenten denke ich, dass ich mir eine eigene Gottheit gebastelt habe die ich fast schon anbete. Das fühlt sich falsch an. Jede von uns kennt Anas Gebote, die auf so viele Blogs kopiert werden. Das führt mich zu dem Urteil, dass es für viele Anas genau das ist: eine Religion.

Mein "Einjähriges" beging ich damit, meine Zunge piercen zu lassen. Einige Tage lang konnte ich nicht richtig sprechen, essen konnte ich nur halb flüssiges. An diesem Punkt hatte ich mir einen körperlichen Zwang auferlegt, meinen Geist hatte ich schon nicht mehr richtig unter Kontrolle.

Manchmal verspüre ich ein Gefühl in mir, dass mir fast den Atem raubt, wie als wenn Hände aus meinem Inneren toben, brodeln, zerren. So als ob man in einem engen Gefängnis sitzt und ein Anfall von Klaustrophobie alle Gedanken in Anspruch nimmt. Meist überfällt mich dieses Chaos in der Disko. Viele Menschen sind um mich herum, aber mangels Mitteilung kommt die Einsamkeit. In einer Menschenmasse völlig allein zu sein, alle Emotionen in seinem Innern behalten müssen. Das Gesicht wird eine Maske, der Körper taub. Hass und Einsamkeit sind die überwältigsten Gefühle, die meine Welt zu bieten hat.

Doch ich bin oft auch stolz auf mich. Ich denke jede essgestörte Person weiß, dass niemand so oft fällt und wieder aufsteht wie wir. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Immer wieder verlieren wir den Halt unter den Füßen, immer wieder fassen wir Fuß. Kein Wunder, wir bauen auf Sand.




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